Sommerzählung bei elektronischen Heizkostenverteilern

Eine Information der ista

Sie haben mit Verwunderung und vielleicht auch mit Ärger festgestellt, dass die in Ihrer Wohnung montierten Heizkostenverteiler während der Hitzeperiode des Hochsommers gezählt haben. Wir können Ihren Argwohn verstehen und möchten Sie offen über die bestehenden Ursachen informieren. 

Heizkostenverteiler dienen als Hilfsmittel, die in einem Haus entstehenden Kosten gerecht auf die einzelnen Mieter zu verteilen. Ein Teil der entstehenden Heizkosten wird entsprechend Ihrem Quadratmeteranteil des Hauses verteilt. Dieser Teil beträgt zwischen 30 und 50 Prozent der Heizkosten. Mieter mit großen Wohnungen zahlen somit grundsätzlich mehr als Mieter mit kleinen Wohnungen. Für die übrigen 50 bis 70 Prozent der Heizkosten werden die Ergebnisse der Heizkostenverteiler herangezogen. Diesen Teil der Heizkosten können Sie also direkt durch Ihr individuelles Heizverhalten beeinflussen. So können Sie z. B. durch Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad etwa 6 Prozent Heizkosten sparen. Damit Ihnen dieses auch zugute kommt, müssen elektronische Heizkostenverteiler in allen Temperaturbereichen des Heizbetriebes zählen.

Die Europäische Norm EN 834 sieht deshalb vor, dass elektronische Heizkostenverteiler ab einer speziellen Mindesttemperatur am Heizkörper zählen müssen. Besonders in der heutigen Zeit ist dies vor allem auch deshalb erforderlich, weil durch Einbau von Thermostatventilen, die Modernisierung der Heizungsanlagen und die Verbesserung der Wärmedämmung die Betriebstemperaturen der Heizkörper heute weitaus geringer sind als dies früher der Fall war. Ebenso muss eine ordnungsgemäße Zählung während des so genannten Schwachlastbetriebes der Heizungsanlage, also in der Übergangszeit Frühjahr/Herbst, gewährleistet sein.

Die Rekordtemperaturen des letzten Sommers haben in machen Fällen aber genau die Temperaturen auch am Heizkörper gebracht, wie sie normalerweise bei regulärem Heizbetrieb vorkommen können. Der Heizkostenverteiler ist seiner Funktion gefolgt und hat gezählt, wie es die EN 834 vorschreibt. Im Sinne der Norm wurde dabei ein Erreichen hoher Temperaturen durch alleinige Sommerhitze nicht berücksichtigt.

Nun tritt dieser Effekt nahezu bei allen Geräten gleichermaßen auf. Die Kosten, die pro Heizkostenverteilereinheit entstehen, sinken naturgemäß dadurch, dass im ganzen Haus mehr Einheiten aufgelaufen sind. Ein möglicher Fehler reduziert sich dadurch. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Anteil der Heizkosten, der nach Quadratmetern verteilt wird, davon absolut unberührt bleibt. Der Gesamtfehler kann deshalb selbst in den ungünstigsten Fällen maximal 1 Prozent betragen. Wir bedauern dies sehr, müssen uns aber wie alle Anbieter von zugelassenen Heizkostenverteilern nach der Norm richten.

Grundsätzlich kommt die Funktion der Heizkostenverteiler ihrem bewussten Umgang mit Energie sicherlich entgegen und wird auch durch die wenigen Ausnahmetage dieses Jahres nicht ad absurdum geführt. Um einer ungewollten Zählung an besonders heißen Tagen entgegenzuwirken, möchten wir Ihnen deshalb raten, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen und vor dem Verlassen der Wohnung die Vorhänge zuzuziehen. Hierdurch können Sie einen Hitzestau verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre ista

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